Deana Lawson mit dem Deutsche Börse Photography Foundation Prize 2022 ausgezeichnet

Datum: 13. Mai 2022 | Deutsche Börse Photography Foundation

Deana Lawson mit dem Deutsche Börse Photography Foundation Prize 2022 ausgezeichnet


Deana Lawson erhält den Deutsche Börse Photography Foundation Prize 2022. Die Künstlerin wurde am Donnerstag, 12. Mai 2022, im Rahmen einer Preisverleihung in der Photographers’ Gallery (TPG), London, als Gewinnerin des renommierten, mit 30.000 britischen Pfund dotierten Preises für das Jahr 2022 bekanntgegeben.

Der einflussreiche Preis, der seit 2005 in Partnerschaft mit der Gruppe Deutsche Börse vergeben wird, zeichnet Künstler*innen und Projekte aus, die in den vergangenen 12 Monaten einen bedeutenden Beitrag zur internationalen Fotografie geleistet haben.

Deana Lawson (*1979, Rochester, New York) wurde der Preis für ihre Einzelausstellung „Centropy“ in der Kunsthalle Basel (9. Juni bis 11. Oktober 2020) verliehen. 

Lawson verfolgt in ihrer Bildgestaltung einen unverwechselbaren und provokativen Ansatz. Sie knüpft an die Kunstgeschichte und die breiteren Traditionen der Fotografie an, besetzt jedoch einen ganz eigenen Bereich, um die „Black Experience“ neu zu interpretieren und zurückzugewinnen. Ihr Interesse gilt der Erkundung des Raums, der sowohl von Gemeinschaften als auch von einzelnen Individuen eingenommen wird. Um sich in diesem ständig wandelnden Terrain rassistischer und ökologischer Unruhen zu behaupten, entwickelt sie eine ganze Reihe von Strategien.
 
Ihre Motive sind sorgfältig choreografiert und bedienen sich der Ausdrucksformen des Familienfotos, um die intergenerationalen Beziehungen und ihre Auswirkungen innerhalb der Schwarzen Kultur zu erforschen. Neben der Anwesenheit der Ältesten, totemistischen männlichen Figuren und symbolischen oder archetypischen Charakteren wie dem himmlischen Kind macht sie häufig Frauen zu ihren zentralen Protagonistinnen. Auch wenn ihre Figuren oft in scheinbar vertrauten häuslichen Umgebungen gezeigt werden, enthalten die Bilder beunruhigende Elemente, die die Künstlerin als „Portale“ in eine andere Welt bezeichnet, die Szenen von Tod oder Geburt schildern. Lawson macht sich auch Naturphänomene wie Wasserfälle, Galaxien und Kristalle zunutze, um einem Reich jenseits unseres gegenwärtigen Bewusstseins Ausdruck zu verleihen.

Obwohl es sich bei den meisten der Protagonist*innen um fremde Personen handelt, die sie eigens für ihre Werke castet, sind die Porträts von Intimität und einer scheinbaren Vertrautheit zwischen den Figuren geprägt. Lawson beschreibt sie auch als eine mythologische Großfamilie.
 
Die Ausstellung in der Photographers’ Gallery ist Deana Lawsons erste institutionelle Werkschau in Großbritannien. Großformatige Fotografien aus den Jahren 2013 bis 2020 werden zur Nutzung und Reflexion des Lichts in verspiegelten Rahmen und neben Hologrammen und grob behauenen Kristallblöcken präsentiert. 

Die Jury

Die Jurymitglieder für den Deutsche Börse Photography Foundation Prize 2022:
Yto Barrada, in New York und Marokko lebende Künstlerin; Jessica Dimson, Stellvertretende Direktorin für Fotografie, New York Times; Yasufumi Nakamori, Leitender Kurator für Internationale Kunst (Fotografie), Tate Modern, London; Anne-Marie Beckmann, Direktorin, Deutsche Börse Photography Foundation; sowie Brett Rogers, OBE, Direktorin, Photographers’ Gallery, als stimmberechtigte Vorsitzende.

Brett Rogers, OBE, Direktorin der Photographers’ Gallery und Vorsitzende der Jury, sagte:

„Deana Lawson ist eine verdiente Gewinnerin des diesjährigen Preises, nicht zuletzt aufgrund des unglaublichen Erfindungsreichtums und der Komplexität ihrer Herangehensweise bei der Bildgestaltung. Ihr Werk, das die ‚Black Experience‘ aufgreift und neu interpretiert, nutzt das Traditionelle und das Experimentelle gleichermaßen und knüpft eine ganz eigene Verbindung zwischen dem Alltäglichen und dem Mystischen. Ihre Motive befinden sich irgendwo zwischen dem ,Hier und Jetzt‘ und der Vergangenheit, einer Person und einem Volk, dem Inszenierten und dem Lebensechten, und das auf eine Art und Weise, die nicht didaktisch oder problemorientiert wirkt, sondern wirklich radikal.

Der Mut ihrer Vision und die kraftvolle Sensibilität, die sie ihren Protagonist*innen verleiht, sind eindeutig das Resultat einer behutsam differenzierten Zusammenarbeit mit ihren ,Familienmitgliedern‘, was Lawson in die seltene Position versetzt, eher Partnerin oder Erzählerin zu sein als Autorin. Meine Kolleg*innen von der Jury und ich gratulieren herzlich! Ich möchte zudem das außergewöhnliche Werk und Talent der anderen Künstler*innen würdigen, die es auf die Shortlist geschafft haben: Anastasia Samoylova, Gilles Peress und Jo Ractliffe. Vielen Dank, dass wir eure Arbeiten im Rahmen der diesjährigen Ausstellung und des Preises präsentieren dürfen.“

Anne-Marie Beckmann, Direktorin, Deutsche Börse Photography Foundation, sagte:

„Ich freue mich sehr, Deana Lawson als diesjährige Preisträgerin bekannt zu geben. Obwohl sie in den Traditionen der Fotografie verwurzelt und in vielerlei Hinsicht nahezu klassisch ist, zeigen ihre Bilder neue Möglichkeiten auf, sowohl für das Medium als auch für seine Wahrnehmung. Indem sie die Stellung des schwarzen Körpers in der visuellen Kultur hinterfragt und mit Ausdrucksformen wie dem Familienporträt, der Kultur und Natur spielt, macht sie das Persönliche politisch und zwingt uns zu einer oftmals beunruhigenden Betrachtung dessen, wie und was wir sehen.

Ich möchte allen Künstler*innen, die in die engere Wahl gekommen sind, gratulieren und ihnen meinen großen Dank aussprechen. Ihre Projekte sind eindringliche Beispiele für die Fähigkeit der Fotografie, sich mit so wichtigen Themen wie Konflikt, Trauma, Hinterlassenschaft und Politik auseinanderzusetzen – und das mit einem Höchstmaß an Aufmerksamkeit und Engagement.“

Die Ausstellung der vier für das Jahr 2022 nominierten Künstler*innen – Deana Lawson, Gilles Peress, Jo Ractliffe und Anastasia Samoylova – wurde von Katrina Schwarz (TPG) kuratiert und ist noch bis 12. Juni 2022 in der Photographers’ Gallery zu sehen. Im Anschluss daran wird sie ab dem 30. Juni 2022 in der Unternehmenszentrale der Deutschen Börse in Frankfurt/Eschborn präsentiert.

Als führende Auszeichnung würdigt der Deutsche Börse Photography Foundation Prize auf internationaler Ebene wegweisende Künstler*innen und hebt einzigartige künstlerische Entwicklungen und Neuerungen innerhalb der zeitgenössischen Fotografie hervor. Durch die alljährliche Präsentation von vier Finalist*innen und die Auszeichnung eines*einer Gewinners*Gewinnerin trägt der Preis zur Anerkennung und Wertschätzung außergewöhnlicher Fotografie sowohl innerhalb der Branche als auch in der breiteren Öffentlichkeit bei. Gleichzeitig wird die sich ständig weiterentwickelnde Natur des fotografischen Mediums erfasst, reflektiert und hinterfragt.

Weitere Informationen unter: www.tpg.org.uk


Hier finden Sie eine Übersicht zu den Pressebildern, gern senden wir Ihnen auf Anfrage die Motive in druckfähiger Qualität.


Über Deana Lawson 

Deana Lawson ist Professorin für Bildende Künste am Lewis Center for the Arts der Princeton University. Sie hat international ausgestellt, unter anderem in einer großen Einzelausstellung, die im Herbst 2021 im ICA/Boston Premiere hatte und im Anschluss im MoMA PS1, New York, sowie im High Museum of Art, Atlanta, gezeigt wird. Lawson wurde 2020 mit dem Hugo Boss-Preis ausgezeichnet; damit ist erstmals eine künstlerische Position im Medium der Fotografie mit diesem Preisgewürdigt worden. Das Guggenheim-Museum, das die Vergabe des Preises organisiert, zeigte im Frühjahr 2021 Lawsons Einzelausstellung „Centropy“. Lawson hatte darüber hinaus zahlreiche weitere Einzelausstellungen, so unter anderen in der Kunsthalle Basel, Schweiz (2020); im Huis Marseille, Amsterdam (2019); in The Underground Museum, Los Angeles (2018); im Carnegie Museum of Art, Pittsburgh (2018); im Contemporary Art Museum St. Louis (2017); sowie im Art Institute of Chicago (2015).

Die Geschichte des Deutsche Börse Photography Foundation Prize

Der 1996 von der Photographers’ Gallery ins Leben gerufene Preis, der 1997 zum ersten Mal verliehen wurde, hat sich im Laufe von 26 Jahren zu einem der renommiertesten internationalen Kunstpreise entwickelt und in dieser Zeit die Karrieren zahlreicher Fotograf*innen begründet und gefördert. Der Preis, der früher unter dem Namen Citigroup Photography Prize bekannt war, wird seit 2005 zusammen mit der Gruppe Deutsche Börse verliehen. Im Jahr 2016 wurde er in „Deutsche Börse Photography Foundation Prize“ umbenannt, nachdem die Stiftung, die sich der Sammlung, Ausstellung und Förderung zeitgenössischer Fotografie widmet, als gemeinnützige Organisation gegründet wurde. Zu den bisherigen Preisträger*innen gehören: Cao Fei, Mohamed Bourouissa, Susan Meiselas, Luke Willis Thompson, Dana Lixenberg, Trevor Paglen, Juergen Teller, Rineke Dijkstra, Richard Billingham, John Stezaker und Adam Broomberg & Oliver Chanarin.

Deutsche Börse Photography Foundation 

Die Deutsche Börse Photography Foundation ist eine gemeinnützige Stiftung mit Sitz in Frankfurt am Main, die sich dem Sammeln, Ausstellen und Fördern von zeitgenössischer Fotografie widmet. Sie verantwortet die Weiterentwicklung und Präsentation der Art Collection Deutsche Börse, die mittlerweile über 2.200 fotografische Arbeiten von rund 150 Künstler*innen aus 30 Nationen umfasst. Auf ihren Ausstellungsflächen in Eschborn bei Frankfurt am Main zeigt sie mehrere Ausstellungen pro Jahr, die öffentlich zugänglich sind. Die Unterstützung junger Künstler*innen ist der Stiftung ein besonderes Anliegen, sie fördert diese auf vielfältige Weise: mit Auszeichnungen, Stipendien oder durch die Beteiligung am Talent-Programm des Fotografiemuseum Amsterdam Foam. Gemeinsam mit der Photographers’ Gallery in London vergibt sie jährlich den renommierten Deutsche Börse Photography Foundation Prize. Des Weiteren unterstützt die Stiftung Ausstellungsprojekte internationaler Museen und Institutionen sowie den Ausbau von Plattformen für den wissenschaftlichen Dialog über das Medium Fotografie.
www.deutscheboersephotographyfoundation.org

The Photographers’ Gallery

Die Photographers’ Gallery wurde 1971 im Covent Garden in London als erste unabhängige Galerie mit dem Schwerpunkt Fotografie im Vereinigten Königreich eröffnet. Dort wurden seither viele namhafte Künstler*innen der internationalen Fotografie erstmals in einer Galerie des Vereinigten Königreichs ausgestellt, darunter Juergen Teller, Robert Capa, Sebastião Salgado und Andreas Gursky. Die Galerie hat wesentlich dazu beigetragen, zeitgenössische britische Fotografen wie Martin Parr und Corinne Day bekannt zu machen. Im Jahr 2009 zog die Gallery in ein neues mehrstöckiges Gebäude in der Ramillies Street in Soho und öffnete im Jahr 2012 ihre Türen für die Öffentlichkeit nach Umsetzung eines ambitionierten Umbauplans, der auf drei Etagen mit hochmodernen Ausstellungsräumen sowie Veranstaltungsräumlichkeiten, eine Galerie zum Vertrieb von Drucken, eine Buchhandlung und ein Café beherbergt. In den letzten vier Jahrzehnten hat der Erfolg der Photographers’ Gallery dazu beigetragen, Fotografie als eine anerkannte Form der Kunst zu etablieren, ein neues Publikum für die Fotografie zu gewinnen und ihr einen festen Platz im Zentrum der visuellen Kunst zu verschaffen.
www.thephotographersgallery.org.uk


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