Fortlaufender Handel mit Best Executor (Xetra BEST)

Fortlaufender Handel mit Best Executor (Xetra BEST)

Mit Xetra BEST (Best Service) bietet die Deutsche Börse im fortlaufenden Handel auf Xetra eine integrierte Funktionalität für die bestmögliche Ausführung von Wertpapieraufträgen:

  • Best Execution mit sofortiger Vollausführung und Preisverbesserung gegenüber dem Xetra-Orderbuch.
  • MiFID-konformer, börslicher und überwachter Handel in einem regulierten Markt
  • Handelsüberwachung: Als Börsenhandel bietet Xetra BEST eine Best Execution bei gleichzeitiger unabhängiger Überwachung durch die Handelsüberwachungsstelle (HÜSt) der FWB®.
  • Nutzung der bestehenden Xetra-Infrastruktur

Handelszeit: 9.00-17.30 Uhr
Handelbare Instrumente: Aktien im fortlaufenden Handel mit Auktion auf Xetra.

 

Xetra BEST garantiert über die Vorteile einer Orderausführung auf Xetra (z.B. höchste Ausführungsgeschwindigkeit, niedrige implizite und explizite Transaktionskosten) hinaus bessere Preise und volle Ausführung der Orders für den Anleger. Die Vollausführung gegen einen zugelassenen sogenannten Best Executor erfolgt mit einer automatischen Preisverbesserung gegenüber dem Xetra-Orderbuch und stellt auf diese Weise Best Execution für alle Marktteilnehmer sicher.

So funktioniert der Service

Der fortlaufende Handel mit Best Executor basiert auf dem Preisoptimierungsmodell, ergänzt um die Funktionalität des Best Executor. Er ist ein Xetra-Handelsservice für den bilateralen Handel.

Best Executors bieten eigenen Kunden sowie anderen Handelsteilnehmern den Service, Orders mit einer automatischen Preisverbesserung gegenüber dem aktuell möglichen Ausführungspreis im fortlaufenden Handel auf Xetra auszuführen und gleichzeitig Teilausführungen zu vermeiden. Dazu stellen Best Executors während der Handelszeit einen relativen Quote in das Handelssystem ein. Der relative Quote definiert,

  • wie hoch die Preisverbesserung gegenüber dem Orderbuch des fortlaufenden Handels ist (Relatives Limit),
  • bis zu welchem Preislimit der Best Executor Orders ausführt (Boundary zum Schutz des Best Executors vor starken Preisbewegungen),
  • für welches individuelle Ordervolumen der Best Executor Orders im Preisoptimierungsmodell ausführt (Size) und
  • bis zu welchem Gesamtvolumen der Best Executor Orders ausführt (Reserve Size).

Transparenz

  • Vorhandelsinformationen:
    Aufgrund der sofortigen Ausführung im Preisoptimierungsmodell werden Orders vor der Ausführung nicht angezeigt. Quotes des Preisoptimierers werden ebenfalls nicht angezeigt.
  • Nachhandelsinformationen:
    Nach Ausführung der Orders werden alle abgeschlossenen Geschäfte unverzüglich veröffentlicht. Pro Geschäft werden jeweils der Zeitpunkt des Geschäfts sowie Preis und Volumen publiziert. Die Geschäfte werden als Geschäfte im Preisoptimierungsmodell gekennzeichnet.
  • Erfolgt die Abwicklung eines Geschäfts über eine zentrale Gegenpartei, bleibt der Auftraggeber eines Geschäfts auch im Nachhandel anonym. Bei Geschäften ohne Einbeziehung eines zentralen Kontrahenten ist der Name des Auftraggebers sichtbar.

Preisermittlung und Orderausführung

  • Priorisierung der Orders:
    Es erfolgt keine Priorisierung von Orders. Orders werden entweder sofort im Preisoptimierungsmodell ausgeführt oder in das Orderbuch des fortlaufenden Handels eingestellt.
  • Preisermittlung:
    Eine im Preisoptimierungsmodell ausgeführte Order erhält eine Preisverbesserung gegenüber dem im fortlaufenden Handel möglichen Ausführungspreis (volumengewichteter Durchschnittspreis). Die Preisverbesserung muss mindestens 0,0001 € betragen.
  • Ausführung von Orders:
    Die Preisfeststellung erfolgt kontinuierlich. Jede neu im Preisoptimierungsmodell eintreffende Order wird sofort auf Ausführbarkeit überprüft. Ist eine Ausführung im Preisoptimierungsmodell möglich, wird die Order unmittelbar ausgeführt. Ist eine Ausführung im Preisoptimierungsmodell nicht möglich, wird die Order in das Orderbuch des fortlaufenden Handels eingestellt. Dies ist zum Beispiel der Fall, wenn
    - die Order nicht sofort voll gegen eine im Orderbuch des fortlaufenden Handels gegenüberliegende sichtbare Order ausführbar ist oder
    - der Preisoptimierer keinen Quote eingestellt hat

Orders können nur im Preisoptimierungsmodell ausgeführt werden, wenn das Wertpapier parallel im fortlaufenden Handel gehandelt wird. Ist der fortlaufende Handel z.B. durch eine Auktion unterbrochen, kann keine Ausführung im Preisoptimierungsmodell erfolgen. In diesen Fällen werden eingehende Orders in das Auktionsorderbuch eingestellt.

Sollte bei einer Ausführung im Preisoptimierungsmodell ein Preis zustande kommen, zu dem Orders im Orderbuch des fortlaufenden Handels einen Ausführungsanspruch haben, werden zunächst diese gegen den Preisoptimierer ausgeführt. Damit wird die Orderbuchkonsistenz sichergestellt.

Einsatzmöglichkeiten

Das Preisoptimierungsmodell kann insbesondere für folgende Einsatzzwecke genutzt werden:

  1. Internalisierung von Orders durch Preisoptimierer
  2. Preisverbesserung gegenüber Referenzmarkt
 
Fortlaufender Handel mit Auktionen

So funktioniert der Service

Der Handelsservice "Fortlaufender Handel mit Auktionen" kombiniert die Handelsmodelle "Auktion", "Fortlaufender Handel" und “Trade-at-Close”.

Der Handel beginnt mit einer Eröffnungsauktion. Auf diese Weise wird Liquidität gebündelt und der Eröffnungspreis unter Berücksichtigung möglichst vieler Orders ermittelt. Nach Abschluss der Eröffnungsauktion beginnt der fortlaufende Handel. Alle ausführbaren Orders werden sofort zu marktgerechten Preisen ausgeführt.

Die untertägige Auktion i.d.R. zur Mittagszeit unterbricht den fortlaufenden Handel. Sie ermöglicht die Bündelung von Liquidität zur Mitte des Handelstages. Nach Abschluss der untertägigen Auktion wird der fortlaufende Handel fortgesetzt.

In der Eröffnungsauktion und der untertägigen Auktion werden alle ausführbaren Orders ausgeführt, damit kein „gekreuztes” Orderbuch, d. h. keine preisliche Überschneidung des Geld- und Briefangebots vorliegt und sich der fortlaufende Handel anschließen kann. Alle hier nicht ausgeführten oder nur teilweise ausgeführten Market Orders und Limit Orders werden entsprechend ihrer Handelsbeschränkung in den fortlaufenden Handel übernommen.

In der Schlussauktion wird die Liquidität am Ende des Handelstages gebündelt und der Schlusspreis des Tages festgestellt. Schlusspreise dienen häufig als Grundlage zur Bewertung von Depots, daher erfolgt die marktnahe Berechnung des Schlusspreises mit Hilfe der Liquiditätsbündelung in einer Auktion.

Trade-at-Close beginnt unmittelbar nach der Schlussauktion und dauert maximal zehn Minuten. Aufträge, die an Trade-at-Close teilnehmen, sind entweder nicht ausgeführte Aufträge, die aus der Schlussauktion übertragen wurden, oder neue Aufträge, die während Trade-at-Close eingegeben werden.

Fortlaufender Handel

Im fortlaufenden Handel interagieren konkurrierende Kauf- und Verkaufsorders von mehreren Parteien. Der Handel erfolgt ordergetrieben, d. h. die Kauf- und Verkaufsorders werden in einem zentralen Limit-Orderbuch eingestellt.

Transparenz

  • Vorhandelsinformationen:
    Das Orderbuch ist offen. Die ersten zehn Limits, die Anzahl der Orders pro Limit und die je Limit kumulierten Ordervolumina werden angezeigt.
    Der Auftraggeber einer Order bleibt im Handel grundsätzlich anonym.
  • Nachhandelsinformationen:
    Nach Ausführung der Orders werden alle abgeschlossenen Geschäfte unverzüglich veröffentlicht. Pro Geschäft werden jeweils der Preis, das Volumen und der Zeitpunkt des Geschäfts publiziert.
    Erfolgt die Abwicklung eines Geschäfts über eine zentrale Gegenpartei, bleibt der Auftraggeber eines Geschäfts auch im Nachhandel anonym. Bei Geschäften ohne Einbeziehung eines zentralen Kontrahenten ist der Name des Auftraggebers sichtbar.

Preisermittlung und Orderausführung

  • Priorisierung der Orders:
    Im fortlaufenden Handel werden alle Orders nach Preis-Zeit-Priorität im Orderbuch sortiert.
  • Preisermittlung:
    Folgende Grundprinzipien gelten für die Preisermittlung im fortlaufenden Handel.
    1. Trifft eine Order auf ein Orderbuch, in der sich auf der gegenüberliegenden Orderbuchseite ausschließlich Limit Orders befinden, wird der Preis durch das jeweils höchste Kauf- bzw. niedrigste Verkaufslimit im Orderbuch bestimmt.
    2. Trifft eine Market Order auf ein Orderbuch, in dem auf der Gegenseite nur Market Orders stehen, erfolgt die Ausführung zum Referenzpreis. Der Referenzpreis ist jeweils der letzte in einer Auktion oder im fortlaufenden Handel festgestellte Preis.
    3. Wenn sich im fortlaufenden Handel nicht ausgeführte Market Orders im Orderbuch befinden und gegen eingehende Limit Orders ausgeführt werden, erfolgt bei der Preisermittlung eine Orientierung am Referenzpreis. Ist eine Preisermittlung zum Referenzpreis nicht möglich, so setzt das Limit der eingehenden Limit Order den Preis.
  • Ausführung von Orders:
  • Jede neue im zentralen Limit-Orderbuch eintreffende Order (ausgenommen Stop Order) oder Quote wird sofort auf Ausführbarkeit mit Orders oder Quotes auf der gegenüberliegenden Seite des Orderbuchs überprüft. Sofort ausführbare Orders werden unmittelbar gegen eine oder mehrere Orders auf der Gegenseite ausgeführt.
  • Die Ausführungen können – je nach den Preislimits der eingehenden Orders und der im Orderbuch befindlichen Orders – zu unterschiedlichen Preisen erfolgen.
  • Die Ausführung erfolgt gemäß Preis-Zeit-Priorität, d. h. die Order mit einem höheren Kauflimit bzw. niedrigeren Verkaufslimit wird zuerst ausgeführt. Market Orders genießen hierbei Vorrang gegenüber Limit Orders.
  • Liegen mehrere Orders auf einem Limit, wird zunächst die Order mit der höchsten Zeit-Priorität ausgeführt.
 

Auktion

Kauf- und Verkaufsorders werden in einem zentralen Limit-Orderbuch gesammelt. Im Orderbuch erfolgt somit die Bündelung von Liquidität in einem Wertpapier über die Preisfeststellung zu einem bestimmten Zeitpunkt.

Die Auktion beginnt mit der Aufrufphase, danach findet die Preisermittlung statt. 
Für die Aufrufphase der Auktion ist eine Mindestdauer definiert. Hier können die Teilnehmer Aufträge (Orders und Quotes) eingeben sowie die eigenen Aufträge ändern oder wieder löschen.

Die Aufrufphase hat ein zufälliges Ende, um Preismanipulationen zu vermeiden.

Transparenz

  • Vorhandelsinformationen:
    Während der Aufrufphase ist das Orderbuch nur teilweise offen: Es werden permanent aggregierte Informationen zur jeweils aktuellen Ordersituation veröffentlicht.
    Wenn sich Orders ausführbar gegenüberstehen, wird der indikative Auktionspreis angezeigt. Dies ist der Preis, der sich für die Auktion ergeben würde, wenn die Preisermittlung zu diesem Zeitpunkt erfolgen würde.
    Weiterhin wird das zum jeweiligen Auktionspreis ausführbare Volumen, die Seite des Überhangs sowie das Volumen des Überhangs veröffentlicht. Ist die Ermittlung eines indikativen Preises nicht möglich, wird der beste Kauf- bzw. Verkaufspreis der Order inklusive der entsprechenden Volumina angezeigt.
    Der Handel ist anonym, d. h. der Auftraggeber einer Order wird nicht angezeigt.
  • Nachhandelsinformationen:
    Nach Abschluss der Auktion werden unverzüglich der Auktionspreis, das in der Auktion ausgeführte Volumen und der Zeitpunkt der Preisermittlung veröffentlicht.
    Erfolgt die Abwicklung eines Geschäfts über eine zentrale Gegenpartei, bleibt der Auftraggeber eines Geschäfts auch im Nachhandel anonym. Bei Geschäften ohne Einbeziehung eines zentralen Kontrahenten ist der Name des Auftraggebers sichtbar.

Preisermittlung und Orderausführung

  • Priorisierung der Orders:
    In der Auktion werden alle Orders nach Preis-Zeit-Priorität im Orderbuch gesammelt.
  • Preisermittlung:
    Die Ermittlung des Auktionspreises erfolgt nach dem Meistausführungsprinzip. Der Auktionspreis ist der Preis, zu dem das höchste ausführbare Ordervolumen und der niedrigste Überhang vorliegen.
  • Orderausführung:
    Aufgrund der Sortierung der Orders nach Preis-Zeit-Priorität kommen Orders mit einem höheren Kauf- bzw. einem niedrigeren Verkaufslimit mit Priorität zur Ausführung. Market Orders haben hierbei Vorrang gegenüber Limit Orders. Bei mehreren Orders mit demselben Preislimit wird zunächst die Order ausgeführt, die eine höhere Zeit-Priorität besitzt.
    Die Regeln der Preis-Zeit-Priorität stellen sicher, dass maximal eine zum Auktionspreis limitierte oder unlimitierte Order teilausgeführt wird.
 

Trade-at-Close

Trade-at-Close ist eine zusätzliche Möglichkeit, zum offiziellen Preis der Schlussauktion zu handeln. Während der Phase findet ein kontinuierliches Matching zu einem festen Preis statt – dem Preis der Schlussauktion. Für Orders, die an Trade-at-Close teilnehmen sollen, muss eine Opt-in-Flag auf Ebene der Trader ID oder auf Orderebene gesetzt werden.

Transparenz

  • Vorhandelsinformationen:
    Während Trade-at-Close ist das Orderbuch offen. Der Preis der Schlussauktion – der einzig mögliche Ausführungspreis – sowie das kumulierte Ordervolumen und die Anzahl der Orders im Orderbuch werden angezeigt.
  • Nachhandelsinformationen:
    Nach Orderausführung werden alle Transaktionen umgehend veröffentlicht. Für jede Transaktion wird der Preis, das Volumen und der Transaktionszeitpunkt angezeigt.

Preisermittlung und Orderausführung

  • Priorisierung der Orders:
    Die Ausführung von Orders bei Trade-at-Close erfolgt gemäß Zeitpriorität. Das mit den Limit-Orders verbundene Preislimit bestimmt, ob die Order an Trade-at-Close teilnehmen kann, lässt aber nicht auf die Ausführungspriorität schließen. Market Orders haben keine Priorität gegenüber Limit-Orders, da die Zeitpriorität für alle Orders gilt.
  • Preisermittlung:
    Transaktionen werden zu einem festgelegten Preis ausgeführt: dem Preis der Schlussauktion. Dies hat keinen Einfluss auf das für teilnehmende Limit-Orders festgelegte Preislimit.
  • Ausführung von Orders:
    Nach der Schlussauktion werden nicht ausgeführte Market- und Limit-Orders, deren Preislimit besser oder gleich dem Preis der Schlussauktion ist und für die eine Opt-in-Flag gesetzt wurde, von der Schlussauktion auf Trade-at-Close übertragen. Neue Orders (nur Market- und Limit-Orders mit Preislimit besser oder gleich dem Preis der Schlussauktion, für die eine Opt-in-Flag gesetzt wurde) können während Trade-at-Close eingegeben werden, um an der Phase teilzunehmen. Jede neu eintreffende Order wird sofort auf Ausführbarkeit mit Orders auf der gegenüberliegenden Seite des Orderbuchs überprüft.
 

Marktstatus

XETR

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Störung in Teilen des Handelssystems

Technische Störung des Handelssystem

Xetra Newsboard

Das Markt-Statusfenster gibt Hinweise  zur aktuellen technischen Verfügbarkeit des Handelssystems. Es zeigt an, ob Newsboard-Mitteilungen zu aktuellen technischen Störungen im Handelssystems veröffentlicht wurden oder in Kürze veröffentlicht werden.

Wir empfehlen dringend, aufgrund der Hinweise im Markt-Statusfenster keine Entscheidungen zu treffen, sondern sich in jedem Fall auf dem Produktion Newsboard  umfassend über den Vorfall zu informieren.

Das sofortige Markt-Status Update erfordert eine aktivierte und aktuelle Java™ Software für den Web Browser.