Folgepflichten Open Market

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Research Reports

Mit der Veröffentlichung von fortlaufend aktualisierten qualitativen Research Reports des von der Deutsche Börse AG beauftragten Research Providers, der Edison Investment Research Ltd., erhalten Investoren einen schnellen und aussagekräftigen Überblick über das Unternehmen des Emittenten. Für die Erstellung der qualitativen Research Reports benötigt der Research Provider Informationen vom Emittenten.  

Verpflichtet sind Emittenten

  • in Scale für Aktien

Kurz und knapp - das ist zu tun:

  • Alle von dem von der Deutsche Börse AG beauftragten Research Provider angeforderten Informationen
  • in der vom Research Provider vorgegebenen Frist
  • dem Research Provider zur Verfügung stellen.

Rechtsgrundlage

Die Folgepflicht ist in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen der Deutsche Börse AG für den Freiverkehr an der Frankfurter Wertpapierbörse (AGB DBAG) geregelt und ergibt sich konkret aus § 21 Abs. 1 lit. c) AGB DBAG für Emittenten von Aktien und AvZ in Scale.

Qualitative und quantitative Research Reports

Nach der Einbeziehung in Scale sollen dem interessierten Anleger fortlaufend Research Reports zu den in Scale einbezogenen Emittenten von Aktien und aktienvertretenden Zertifikaten bereitgestellt werden. Dies erfolgt durch die Erstellung von quantitativen und qualitativen Research Reports.

Die qualitativen Research Report Updates haben einen Umfang von zwei bis vier Seiten, werden in englischer Sprache abgefasst und beinhalten zusätzlich eine deutsche Zusammenfassung. Sie enthalten u.a. Einschätzungen eines Analysten zum Geschäftsmodell des Unternehmens und die Positionierung im Wettbewerb. 

Informationsbereitstellungspflicht bzgl. des qualitativen Research Reports

Anders als für die quantitativen Reports, die auf einer täglichen Basis automatisiert erstellt werden, benötigt die von der Deutsche Börse AG beauftragte Edison Investment Research Ltd. für die Erstellung der qualitativen Research Report Updates fortlaufend Informationen vom Emittenten.  Diese fordert der Research Provider direkt vom Emittenten an und setzt ihm hierfür eine Frist, innerhalb dieser der Emittent die angeforderten Informationen ihm gegenüber zur Verfügung stellen muss.

Häufig gestellte Fragen

Wann muss der Emittent mit der Anforderung von Informationen durch den Research Provider rechnen?

Die qualitativen Research Report Updates werden zweimal pro Jahr, in der Regel innerhalb von zwei Wochen nach Veröffentlichung des Jahresabschlusses und des Halbjahresabschlusses des Emittenten, aktualisiert. Für die Erstellung dieser regelmäßigen Updates fordert der Research Provider den jeweiligen Bericht sowie eventuell weitere notwendige Informationen bei dem Emittenten mit der von ihm benötigten Vorlaufzeit und unter angemessener Fristsetzung an.

Des Weiteren erstellt der Research Provider im Fall des Eintritts wesentlicher Ereignisse beim Emittenten jeweils einen weiteren, zusätzlichen Research Report Update. Wesentliche Ereignisse sind beispielsweise vom Emittenten ausgegebene Gewinnwarnungen, Änderungen des Geschäftszwecks oder auch wesentliche Änderungen des operativen Geschäfts oder Geschäftsverlaufs. Auch hierfür wird der Research Provider die von ihm aufgrund dieser Ereignisse benötigten Informationen vom Emittenten mit einer angemessenen Vorlaufzeit und Fristsetzung anfordern.

Was passiert, wenn der Emittent seiner Informationspflicht in der vom Research Provider gesetzten Frist nicht oder nur unzureichend nachkommt?

Für den Fall, dass der Emittent seiner Informationspflicht innerhalb der von dem Research Provider gesetzten Frist nicht oder nicht ausreichend nachkommt, setzt der Research Provider dem Emittenten eine angemessene Nachfrist. Innerhalb dieser Nachfrist hat der Emittent erneut die Möglichkeit, Informationen nachzureichen und damit seine Folgepflicht gemäß § 21 Abs. 1 lit. c) AGB DBAG zu erfüllen.

Was passiert, wenn der Emittent seiner Informationspflicht in der von Research Provider gesetzten Nachfrist dennoch nicht oder nur unzureichend nachkommt?

Lässt der Emittent auch die Nachfrist fruchtlos verstreichen, wird der jeweilige Research Report unter Verwendung der bis dahin vorliegenden Informationen veröffentlicht. Die dadurch fehlenden oder unvollständigen Teile des Reports werden für Dritte hinreichend deutlich kenntlich gemacht. Auch wird in den Research Report Updates offengelegt, ob diese Teile trotz der Aufforderung an den Emittenten von diesem nicht geliefert wurden und aus diesem Grund nicht im Report enthalten sind oder ob Informationen aus anderen Gründen vom Emittenten nicht geliefert werden konnten.

Welche Maßnahmen kann die Deutsche Börse AG ergreifen, wenn der Emittent seine Informationspflichten für die Erstellung der Research Report Updates auch nach Ablauf der von dem Research Provider gesetzten Nachfrist nicht erfüllt hat?

Werden die Informationspflichten gegenüber dem Research Provider auch innerhalb der von ihm gesetzten Nachfrist nicht erfüllt, ist die Deutsche Börse AG nach § 24 Abs. 2 AGB DBAG berechtigt, diesen Umstand unter Nennung des Emittentennamens auf ihrer Internetseite zu veröffentlichen.

Als letztes Mittel kann die Deutsche Börse AG die Einbeziehung in Scale nach dem erfolglosen Ablauf einer weiteren, von ihr selbst gesetzten Nachfrist auch außerordentlich kündigen, vgl. § 27 Abs. 1 und 2 AGB DBAG.

Kontakt

Rule Enforcement

Tel. +49 (0)69 2 11-1 38 88
E-Mail rule-enforcement@deutsche-boerse.com

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